Kubetzko zur Vitalisklinik: „Millionen werden in ein Fass ohne Boden investiert…“

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Leserbrief von Werner Kubetzko (1. Vorsitzender „Bürger für Bad Hersfeld“) rund um die aktuelle Situation in Sachen Vitalisklinik:

Werner Kubetzko. Foto: Knödl

Werner Kubetzko. Foto: Knödl

Es steht außer Frage, dass der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe, der ehemalige Bürgermeister H. H. Boehmer die Verantwortung für den Vorgang „Vitalisklinik“ trägt!

Im Jahr 2008 hat die Stadt Bad Hersfeld die Vitalisklinik in die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Bad Hersfeld übernommen mit allen Risiken und Verpflichtungen! Da die Geschäftsführung der Vitalisklinik, Herr H. H. Boehmer, keine Klinikerfahrung hatte, erteilte die Geschäftsführung 2008 dem Management Klinikum Bad Hersfeld den Auftrag die medizinische Betreuung zu übernehmen.

Der damalige Chefarzt wurde quasi aus dem Amt gedrängt und der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie wurde als Ärztlicher Direktor der Vitalisklinik benannt. Es wurden Ärzte des Klinikums Bad Hersfeld zur Vitalisklinik versetzt, um die medizinische Versorgung sicher zu stellen! Des Weiteren wurden bzw. werden ambulante Untersuchungen durchgeführt mit dem Personal der Vitalisklinik,wobei die Frage erlaubt sei, ob diese Verfahrensweise mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen vereinbart bzw. genehmigt worden ist.

Millionen Euro wurden bzw. werden weiter in ein Fass ohne Boden investiert aber auch verschleudert; so z.B. wurde eine gut funktionierende Röntgenabteilung geschlossen (entfernt), man nennt sich ja „ gute gastroenterologische Fachklinik“ weiterhin wurden noch gut erhaltene Funktionsgeräte einfach entsorgt und neue angeschafft!

Trotz hoher Managementgebühr wurde weder das Versprechen der Belegungssteigerung noch der Gewinnentwicklung der Vitalisklinik eingehalten! Im Gegenteil, es wurde wieder das Allheilmittel als Lösung aus dem Ärmel geschüttelt: Entlassungen und Gehaltsverzicht! Es ist jetzt erkennbar, dass das Konzept des Klinikums-Management ohne Wirkung war und ist!

Warum der Geschäftsführer der Vitalisklinik nicht früher die „Reißleine“ gezogen hat, bleibt sein Geheimnis! Wie lange ist das Management Klinikum mit Herrn Ködding in Sachen „Vitalisklinik“ noch tätig, oder sind noch andere Optionen angedacht?

Werner Kubetzko,
1. Vorsitzender BfH

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11 Kommentare

  1. Zu Beobachter, 13:47, Gehen Sie bitte einmal nach Bad Wildungen oder nach Bad Kissingen, dann werden Sie sehr schnell ersehen können, worin der immense Unterschied zu Bad Hersfeld liegt. Und über Jahrzehnte hin, ist der hiesige Kurbetrieb vernachlässigt worden und letztendlich auch gestorben. “Wenn das Kind im Brunnen liegt, ist es eh zu spät”. Und das trifft
    auf Bad Hersfeld zweifellos zu. Und daran trifft der ehemalige BGM Boehmer
    ein sehr großes Maß an Schuld, keinesfalls die Bürger von Bad Hersfeld, so einfach ist das. Und jetzt sich darüber noch zu ereifern, ist vergebliche Liebesmühe. Wieviele Kurgäste haben wir denn jährlich noch? Erschreckend wenig und besser wird dies keinesfalls mehr, weil in dieser Hinsicht wahrscheinlich BGM Boehmer dies immer mit der rosaroten Brille gesehen hat, oder waren ihm immer andere Dinger wichtiger?

  2. Mit den Angriffen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber tritt Hr. Dr. Kubetzko die Bad Hersfelder Kurlandschaft mit Füßen.
    Die Rettung der Vitalisklinik und die Erneuerung des Kurparks mit Sanierung von Kurhaus, Kurbadtherme und Lullusquelle bilden den Grundstein für den Fortbestand des Kurbades und tragen dazu bei, das Prädikat „Heilbad“ für Bad Hersfeld dauerhaft zu festigen.
    Diesbezüglich hat Altbürgermeister Boehmer hervorragende Arbeit für Bad Hersfeld geleistet. Ihm jetzt daraus Verfehlungen anzulasten, entspricht der üblichen eigennützigen Politgesinnung unserer stadtbekannten Dagegen-Fraktionen im Parlament.
    Bürgermeister Fehling sollte vorsichtig sein, wenn er sich mit diesen Gruppierungen einlässt; sechs Jahre Amtszeit sind nicht lang und ruck-zuck ist das Prädikat „Heilbad“ weg und wenig später heißt Bad Hersfeld nur noch Hersfeld.

  3. Ein klasse Beitrag von Jemand, der sich verdammt gut auskennt!!
    Solche Leute wie Dr, Kubetzko müssten sich öfters zu Wort melden und ihre Sach- und Fachkenntnis hier kostenlos preisgeben, wenn man schon nicht die “Blöße” tun will, einfach mal bei Ihnen nachzufragen.
    Aber dazu sind unsere verbeamteten Politiker wohl zu “stolz. Ihnen kann ja auch nichts passíeren,

  4. Guter Beitrag, Herr Dr. Kubetzko, Sie sind Insider und wissen zweifellos, von was Sie reden, Danke.

  5. Kubetzko spricht aus, was sich viele Hersfelder fragen. 10 Mio für 196 Betten entspricht einem Invest von über 51.000,- Euro/Bett, Ohne Grundstückskosten, bei bestehender Bausubstanz. Nicht von schlechten Eltern.

    • Sollen mal aufpassen, dass das Klinikum nicht auch noch den Bach runter geht, Was dor für Chefarztgehälter und Schadenausgleich an Geld rausgeschmissen wird ist eine Schande.

  6. Guter Artikel! Der Mann hat vollkommen Recht!

  7. Gelesen und gelacht.
    Hier rechnet ein Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie auf BILDzeitungsniveau mit ehemaligen Kollegen ab.
    Es ist wieder Wahlkampf. Also nichts neues in Bad Hersfeld.

  8. Ma sollte aussprechen, welcher Plan B dahinterstecken könnte : Aufpolieren und aufrüsten, Ball ganz flach fahren, Klinik für 1 Euro übernehmen und kostenbewusst durchstarten, nachdem die Zeche durch die Stadt bezahlt wurde. Cleverer Businessplan des Klinikums ? Oder fehlender Businessplan. Wir werden es eines Tages wissen.

  9. Da hat ja unser ehemaliger BGM ein tollen Job gemacht: Karre vor die Wand fahren, Gehalt verdoppelt, sich beleidigt vom Acker machen und dann noch über den Nachfolger herziehen, dem er das Desaster ohne Übergabe hinterlassen hat. Echt Klasse! Bin mal gespannt, was in den nächsten Wochen noch so alles raus kommt.